Haltung, Spiel, Sonstiges Jagdhunde ohne Jagdschein

Hansini
Hallo,

habe mir gestern das Buch bestellt. Soll sehr gut sein. Hat es von Euch schon jemand?

Sabine Middelhaufe: Jagdhunde ohne Jagdschein

http://www.amazon.de/Jagdhund-ohne-Jagds...42304930&sr=8-1
Action-Emmy
Ich hab mir bei Amazon die ersten paar Seiten des Buches angeschaut und war schon am Anfang etwas enttäuscht, denn da wird gleich zu Beginn in Sparten unterteilt, nämlich: Hunde, die ungeeignet für Nicht-Jäger sind und Hunde, die auch geeignet für Nicht-Jäger sind. In die erste Kategorie fallen die typischen "nur an Jäger"-Rassen wie Weimaraner, Deutsch Drahthaar, Münsterländer, Pointer und andere. In die zweite Kategorie fallen die typischen "auch als Familienhund geeignet"-Rassen wie alle Retriever, Spaniel und Setter, sowie Dackel und Beagle. Find ich persönlich etwas zu pauschalisiert...
Hansini
Ich bin mal gespannt. Bis jetzt habe ich sehr viel gutes gehört. Werde mir aber bald selbst ein Bild machen können.
Denise
Zitat:
Original von Action-Emmy
Ich hab mir bei Amazon die ersten paar Seiten des Buches angeschaut und war schon am Anfang etwas enttäuscht, denn da wird gleich zu Beginn in Sparten unterteilt, nämlich: Hunde, die ungeeignet für Nicht-Jäger sind und Hunde, die auch geeignet für Nicht-Jäger sind. In die erste Kategorie fallen die typischen "nur an Jäger"-Rassen wie Weimaraner, Deutsch Drahthaar, Münsterländer, Pointer und andere. In die zweite Kategorie fallen die typischen "auch als Familienhund geeignet"-Rassen wie alle Retriever, Spaniel und Setter, sowie Dackel und Beagle. Find ich persönlich etwas zu pauschalisiert...


Das stimmt so nicht - dann hast du wohl nur die Listen wahrgenommen, nicht aber die Bemerkungen davor... Zwinker Dass es Ausnahmen gibt, stellt die Autorin ja gar nicht in Abrede - begründet aber sehr wohl, wie sie zu dieser Aufteilung kommt und erläutert auch in einem späteren Kapitel über die Aufgabengebiete der einzelnen Jagdhundrassen, warum das so ist...

Ich finde das Buch ganz hervorragend. Es erklärt dem Jagdhundbesitzer, warum sein Hund so ist, wie er ist, gibt Erziehungstipps und Beschäftigungshinweise und es gibt sogar noch ein großes Kapitel über den Jagdhundeinsatz im Jahresverlauf - für Nichtjäger, die jagende Hunde halten sehr interessant zu erfahren, welche Wildspuren, wann und wie zu finden sind.

Darüber hinaus plädiert sie dafür, dass der Hund seinen Anlagen gemäß gehalten wird, d.h. dass ihm Jagdhandlungen im Rahmen der Möglichkeiten erlaubt sein müssen und zeigt auf, wie das möglich gemacht werden kann. Sie versucht immer, die verschiedenen Konstellationen, die es geben kann (Welpe, TS-Hund aus dem Ausland, TS-Hund mit bekannter oder unbekannter Vorgeschichte), zu berücksichtigen bei ihren Erläuterungen. Ein Kapitel zur Pubertät findet sich auch noch - auch hier wird aufgezeigt, dass man dem Hund mit Verständnis (steckt ja auch Verstand drin... Zwinker ) am besten begegnet.

Sie ist immer multiperspektivisch - Schwarzweißmalerei sucht man im Buch vergebens. Ein klasse Buch, dass ich jedem Jagdhundbesitzer nur empfehlen kann. smile
tamina
Huhu,

Zitat:
Sie versucht immer, die verschiedenen Konstellationen, die es geben kann (Welpe, TS-Hund aus dem Ausland, TS-Hund mit bekannter oder unbekannter Vorgeschichte), zu berücksichtigen bei ihren Erläuterungen.

Was macht sie da für Unterschiede im Training bzw. bei ihren Erklärungen?

lg Martina
Denise
Das Buch enthält kein AJT im eigentlichen Sinn, sondern sie erklärt lediglich die Grundkommandos, wie sie sie für wesentlich hält und wie man nah-jagdliche Übungen (Fährte, Apport, etc.) aufbauen kann. Dabei geht sie halt immer wieder darauf ein, dass die Hunde - je nach Vorgeschichte - natürlich schon Vorerfahrungen gemacht haben können, aus denen sich ihr Verhalten erklärt... Bzw. empfiehlt sich dann evt. eine andere Herangehensweise.

Mmmmhhh, jetzt wäre ein konkretes Beispiel nicht schlecht, ne?! Musst du bist morgen warten - habe das Buch gerade nicht hier. Zwinker
Action-Emmy
Zitat:
Original von Denise
Das stimmt so nicht - dann hast du wohl nur die Listen wahrgenommen, nicht aber die Bemerkungen davor... Zwinker


Genauso isses. Zwinker

Klingt ja also doch nicht so schlecht, das Buch. Danke für die Beschreibung. Wink
Hansini
Zitat:
Original von Denise
Zitat:
Original von Action-Emmy
Ich hab mir bei Amazon die ersten paar Seiten des Buches angeschaut und war schon am Anfang etwas enttäuscht, denn da wird gleich zu Beginn in Sparten unterteilt, nämlich: Hunde, die ungeeignet für Nicht-Jäger sind und Hunde, die auch geeignet für Nicht-Jäger sind. In die erste Kategorie fallen die typischen "nur an Jäger"-Rassen wie Weimaraner, Deutsch Drahthaar, Münsterländer, Pointer und andere. In die zweite Kategorie fallen die typischen "auch als Familienhund geeignet"-Rassen wie alle Retriever, Spaniel und Setter, sowie Dackel und Beagle. Find ich persönlich etwas zu pauschalisiert...


Das stimmt so nicht - dann hast du wohl nur die Listen wahrgenommen, nicht aber die Bemerkungen davor... Zwinker Dass es Ausnahmen gibt, stellt die Autorin ja gar nicht in Abrede - begründet aber sehr wohl, wie sie zu dieser Aufteilung kommt und erläutert auch in einem späteren Kapitel über die Aufgabengebiete der einzelnen Jagdhundrassen, warum das so ist...

Ich finde das Buch ganz hervorragend. Es erklärt dem Jagdhundbesitzer, warum sein Hund so ist, wie er ist, gibt Erziehungstipps und Beschäftigungshinweise und es gibt sogar noch ein großes Kapitel über den Jagdhundeinsatz im Jahresverlauf - für Nichtjäger, die jagende Hunde halten sehr interessant zu erfahren, welche Wildspuren, wann und wie zu finden sind.

Darüber hinaus plädiert sie dafür, dass der Hund seinen Anlagen gemäß gehalten wird, d.h. dass ihm Jagdhandlungen im Rahmen der Möglichkeiten erlaubt sein müssen und zeigt auf, wie das möglich gemacht werden kann. Sie versucht immer, die verschiedenen Konstellationen, die es geben kann (Welpe, TS-Hund aus dem Ausland, TS-Hund mit bekannter oder unbekannter Vorgeschichte), zu berücksichtigen bei ihren Erläuterungen. Ein Kapitel zur Pubertät findet sich auch noch - auch hier wird aufgezeigt, dass man dem Hund mit Verständnis (steckt ja auch Verstand drin... Zwinker ) am besten begegnet.

Sie ist immer multiperspektivisch - Schwarzweißmalerei sucht man im Buch vergebens. Ein klasse Buch, dass ich jedem Jagdhundbesitzer nur empfehlen kann. smile


Ganz genau mein Eindruck. Bin noch nicht ganz durch aber bislang hellauf begeistert.
Denise
So, ich noch mal mit dem konkreten Beispiel - zur Übung "Sitz" schreibt sie z.B. in Bezug auf Ablenkungen dabei, dass ein "noch arg verunsicherter TS-Hund" oder ein "quirliger Welpe", der gerade erst bei einem eingezogen ist, sich noch nicht hinreichend konzentrieren können wird, da ihn noch so ziemlich alles ablenkt, was seine neue Welt bietet. Deswegen solle man dann erst zuhause und in absolut ruhiger Umgebung mit den Übungen beginnen.
Eigentlich eine banale Erkenntnis, aber ich für diejenigen, die vielleicht mit besten Absichten, aber doch recht blauäugig einen TS-Hund zu sich gelohnt haben, doch ein wichtiger Hinweis. Genauso wie der einfache Ratschlag, den erwachsen übernommen Hund gut zu beobachten, ihn lesen zu lernen, usw. usf.

So ist das bei jeder Übung eingestreut und sie versucht immer, den unterschiedlichen 'Profilen' in ihren Anleitungen gerecht zu werden.

Ich hoffe, man kann das so verstehen?! amkopfkratz

Na ja, ist ein tolles Buch, wenn man einen Jäger hat - deswegen im Zweifelsfall einfach selbst hineinlesen!
tamina
Hi,

eigentlich sollte man doch bei jedem Hund und bei jeder neuen Übung bei Null und in reizarmer Umgebung anfangen. Egal wie alt und woher... amkopfkratz

lg Martina
Denise
Ja, aber der TS-Hund kennt ja vielleicht mitunter auch schon was - das führt sie zwischendurch auch aus, gerade bei den Südis, die ggf. wirklich schon mal mit auf Jagd waren... Oder die Leute erwarten, da sie einen erwachsenen Hund haben, dass dieser sich auch entsprechend verhält (getreu dem Motto: 'Das muss der doch alles kennen/können.')
So kann der Neubesitzer dann verstehen, dass ein Verhalten, das ihm völlig uneinsichtig erscheint, aus Hundesicht ganz verständlich ist.

By the way: Moritz kannte 'Sitz' z.B. auch schon, als ich ihn bekommen habe. Dennoch hat er es anfangs draußen nicht gemacht. Da könnte man als Hundehalter ja auch auf die Idee kommen: 'Drinnen kannst es ja auch - dann stell dich mal nicht so an...' Zwinker

Natürlich erfolgt Lernen immer nach denselben Prinzipien, aber du wirst mir sicherlich zustimmen, dass es ein himmelweiter Unterschied ist, ob ich mit einen Welpen trainiere, der noch weitgehend unerfahren ist oder mit einem erwachsenen TS-Hund.

Du wirst in dem Buch keine neuen Weisheiten finden, falls du das erwartest/hoffst Zwinker ; das Buch ist ja nun auch nicht nur für dich oder mich geschrieben, sondern richtet sich an mitunter völlig unbedarfte Hundehalter oder solche, die vielleicht gerade erst darüber nachdenken, einen Jagdhund zu kaufen.

Was ich mir z.B. in drei Jahren auf verschiedenen Wegen selbst zusammengesucht habe, findet man dort auf gut 180 Seiten zusammengefasst. Und deshalb ist es mal wirklich eine tolle Neuerscheinung, - weil es so ein Buch in der Tat auf dem Markt noch nicht gegeben hat. Ich habe hier alle gängigen Bücher zum Thema Jagen stehen und wenn ich jetzt jemandem nur eins davon empfehlen müsste, wäre fortan das meine erste Wahl (auch wenn der Terrier ein bisschen zu kurz kommt... Zwinker ). Selten habe ich in einem Buch so viel liebesvolles Verständnis und Respekt gegenüber Hunden und ihren Leistungen gefunden.
Hansini
Ich muss meine Meinung etwas korrigieren. Einige Teile gefallen mir nach wie vor sehr gut, andere finde ich erheblich weniger gut. Wenn ich lese, dann schaue ich in das Inhaltsverzeichnis und suche mir das raus was mir gefällt. Den Rest lese ich dann nachher. Wie auch natürlich bei diesem Buch.

Gestern abend habe ich mal das Vorwort und ein paar andere Seiten durchgelesen. Da ist mir dann doch einiges sauer aufgestossen. Die Autorin schreibt beispielsweise zum Teletakt, dass es nur in Deutschland verboten ist. In Italien beispielsweise nicht, weil es kein Nachweise gibt, dass es schädlich für den Hund ist und, dass es auch gut dosierbar sei, weil es verschiedene Stufen gäbe. Sie relativiert dann wieder (aber nicht sonderlich überzeugend), dass es nicht in Laienhände gehört.

Das ist jetzt nicht wörtlich übernommen. Ich habe es mit meinen Worten geschrieben.