Crossover-Hund clickern

claudia_jule
Wink

ich trau mich nun auch mal und hoffe auf Antworten.

Mich beschäftigt folgende Frage:
Was sollte man beim (Clicker-)training mit Crossover-Hunden besonders beachten oder anders angehen,
als bei einem Hund, der von Anfang an geclickert wurde?


Was ist ein Crossover-Hund?
http://www.doggenhome.de/clicker1h.html

Zitat:
Der Crossover-Hund
Ein besseres Wort als den englischen Originalausdruck finde ich nicht. Er besagt, daß die Ausbildung eines Hundes mit zwanghaften Methoden begonnen wurde. Diese sind durch ihren Charakter als Strafen sehr schnell stark wirksam, wenn man sie genau und regelhaft anwendet. Sie führen aber leicht zu Meideverhalten und zu oft starker psychischer Belastung des Hundes, im Extremfall bis zum Zusammenbruch.

Stellt man einen solchen Hund auf Clickertraining um, dann wird man folgendes beobachten: Der Hund traut sich längere Zeit (verglichen mit anderen Hunden) nicht etwas anderes zu tun, als das, was er schon gelernt hat. Das ist manchmal fast nichts. Man beißt also ein hartes Brot. Hat der Hund aber erst einmal die ersten kleinen Schritte gemacht, beginnt sein Vertrauen zu steigen und er macht immer schnellere Fortschritte, solange man nicht wieder Korrekturmethoden zwischendurch anwendet. Man muß mit etwa einem halben Jahr rechnen, bis der Crossover Hund sich gut umgestellt hat. Wenn man umstellt, dann vollständig. Der Hund hat dann eigentlich keine größeren Probleme. Diese liegen vielmehr beim

Crossover Trainer,
der die klassischen Methoden mit viel oder weniger Erfolg angewendet hat. Er unterliegt sehr schnell der Versuchung, wenn der Hund nicht die erwünschte Richtung einschlägt oder die Lernschritte nicht groß genug sind, eine Korrektur anzuwenden, dem Hund etwas zu verbieten bzw. aversiv auf ihn einzuwirken.

Damit unterminiert er den möglichen Erfolg schon im Ansatz. Er wird dann feststellen, daß er mit seiner Skepsis gegenüber neuen Methoden recht hatte und konservativ weiter trainieren.

Das Problem bei mangelndem Erfolg liegt beim Crossover Trainer nicht beim Crossover Hund. Das Umdenken kann weh tun. Das sage ich ohne alle Ironie. Man muß sich belächeln lassen und abschätzige Kommentare ertragen. Und man zweifelt öfter einmal selber. Eigene Fehler verlangsamen den möglichen Fortschritt. Da aber Fehler beim Clickertraining nicht schaden, das Verhältnis zum Hund in keiner Weise trüben, sondern einfach durch weiteres Training gelöscht werden, wächst das Vertrauen mit zunehmendem Erfolg immer schneller. Es kommt der Zeitpunkt, wo man nicht mehr anders denken mag als in listigen Wegen des Shapings, der Bestärkungsschemata und der Verkettung von Verhalten auf ein Signal hin.


Stimmt ihr der Definition zu oder muss etwas korrigiert/hinzugefügt werden?
Gibt es noch einen anderen Begriff für solche Hunde?

LG
Claudia
mallow
Ich nenne solche Hunde und Halter gern "Quereinsteiger" großes Grinsen

Wichtig finde ich für menschliche Overcrosser auf jeden Fall einfache Tricks um schnell Erfolge zu erzielen. Hunde tun sich oft weniger schwer. Mensch wird oft schnell ungeduldig, erwartet zu große Schritte, will zu schnell helfen, clickt zu spät, hat das Leckerchen schon in der Hand und lockt doch und so vieles mehr.

Ich finde es schwieriger ein Quereinsteiger-Team zu fördern als mit einem einzelnen Quereinsteiger-Hund (z. B. aus dem Tierheim) zu arbeiten. Bei letzterem sehe ich kaum Unterschiede zum Welpen - ich setze keine Erwartungen in den Hund, sehe nichts als gegeben und kann gelassen alles beclickern was er so anbietet. Nach und nach zeigen sich die ersten Möglichkeiten. Bei Teams ist das "Problem" oft der Mensch, der unbewusst Erwartungen an seinen Hund richtet die der oft gar nicht erfüllen kann weil die Gegebenheiten anders sind (z. B. weil die unbewussten Hilfen des Halters wegfallen) und der Hund verunsichert abschaltet. Das Schwierigste ist meist, diese Erwartungshaltung zu durchbrechen: "der Hund muss in einer Stunde dieses und Jenes gelernt haben und bis zur nächsten Stunde sollte er das unter Ablenkung können" und einfach den Hund in seinem eigenen Tempo agieren zu lassen.

Könnte dazu noch viel schreiben, ist aber schon so lang geworden Schlaumeier2

LG, Karin!
manurtb
Hallo Karin,

hast Du Dir schon mal überlegt, ob Du den Menschen dann nicht auch klicken könntest?
Der Ansatz ist ja schon da mit den gaaanz einfachen Aufgaben.

Musst mal schauen gehen. Es gibt jetzt für den pädagogischen Bereich auch Clickern. Nennt sich Tagteach und ist natürlich ganz anders, weil man ja Menschen niemals nicht mit Tieren vergleichen dürfte...