Bollerkopp
//abgetrennt aus:
Neues Buch - Wölfisch für Hundehalter
Ich stell mir trotzdem die Frage was wildlebende Wölfe mit dem domestizierten Haushund zu tun haben.
Und was da für den Hundehalter wichtig sein soll.
Mir ist das egal was Wölfe oder andere wildlebende Caniden untereinander so machen.
Mensch und Hund leben ganz anders miteinander.
manurtb
Das ist es halt...
Was können wir Menschen von Wölfen lernen, was wir nicht schon selbst wissen?
das Mutti
Na, aber es git doch die - und das haben wir hier im Forum ja auch oft genug erlebt - die uns (bzw. Euch, weil ich bin sowieso eine Ahnungslose) was von Dominanz und Alpha und diesem Gedöns weismachen wollen. Gut, die sich hier "positiv" zu diesem Thema positioniert haben, sind vielleicht "unbelehrbar", aber da gibt es ja noch die Normal-Ottos - wie mich -, die das gehört und geglaubt haben und vielleicht auf diese Art dann auf den richtigen Weg gebracht werden könnten. Wenn die das mit den Wölfen und der Dominanz geglaubt haben, dann glauben die jetzt vielleicht dann auch das, nämlich dass es sich um populäre Irrtümer handelt.
Ist vielleicht nicht der Weg, den sich der überwiegende Teil der Akte Wuff-Fories so wünschen würde ("Der Weg ist das Ziel" - ABER manchmal kann auch ein Umweg die Erkenntnis bringen).
Aber letztendlich kann man ja wirklich erst dann was sagen, wenn man das Buch gelesen hat ud weiß, wass drin steht.
manurtb
Der letzte Satz stimmt...
Allerdings sind die meisten von uns wohl schon konditioniert darauf, wenn aus Wolfsbeobachtungen irgendwas auf Hunde übertragen werden soll.
Das schlimme dabei ist: Man beschränkt sich eigentlich mehr, als nötig wäre.
Das fällt mir in der Diskusssion mit Menschen immer wieder auf, die gerne aus Wolfsbeobachtungen übertragen. Als ob wir Menschen lediglich das zur Verfügung hätten.
Bollerkopp
Na es ist doch so.
Bloch hat früher Wölfe beobachtet und das Rangordnungsdingsda übernommen und an Hundehalter weiter empfohlen. Dann kam die Beobachtung an wildlebenden Caniden die das vorherige schon widerlegte.
Und ich finds gut das Bloch auch wirklich zugibt, dass er da früher was falsch gesehen hat.
Das tun viele andere nicht.
Aber es ändet ja trotzdem nichts daran, dass unser Zusammeleben mit dem Hund nun mal ganz anders läuft.
Mir wären Bücher lieber, in denen mal erklärt wird, was rum rucken an der Leine für den Hund bedeutet, dass nicht jeder Hund sich einfach an so Dinge wie Auto fahren, Treppen steigen, etc, gewöhnen kann, dass Schwanz wedeln nicht immer freundliches Verhalten darstellt, usw.
Gibt es eigentlich sowas auch für Katzenhalter?
Also Beobachtungen an wildlebenden Löwen und Tigern und was man daraus als Katzenhalter mitnehmen kann?
Gruß Regine
claudia_jule
Hallo Regine,
so etwas in etwa gibt es:
"Da muss er durch", Thomas Riepe
Es kommt von allem etwas drin vor, ziemlich flach erklärt mit netten Bildchen...
Claudia
das Mutti
| Zitat: |
Original von Bollerkopp:
Mir wären Bücher lieber, in denen mal erklärt wird, was rum rucken an der Leine für den Hund bedeutet, dass nicht jeder Hund sich einfach an so Dinge wie Auto fahren, Treppen steigen, etc, gewöhnen kann, dass Schwanz wedeln nicht immer freundliches Verhalten darstellt, usw. |
Nach allem, was ich hier im Forum schon gelesen habe, den ganzen Hundeerfahrenen hier und sogar Hundetrainer etc. ... WARUM SCHREIBT IHR NET MAL EIN BUCH ZUSAMMEN?!
Edith sagt: Ich würd´s sogar kaufen. ;-)
LG
Mutti
Ferdility2
| Zitat: |
| Was können wir Menschen von Wölfen lernen, was wir nicht schon selbst wissen? |
War das jetzt ernst gemeint oder ironisch?
Bollerkopp
Was lernst Du denn von Wölfen was Du noch nicht weißt Klaus?
memo
Ich find´s ja grundsätzlich gut, sich die Vierbeiner anzuschauen, um zu beobachten, wie sie ticken und wie sie kommunizieren (auch wenn ich als Mensch das nicht nachmachen kann).
Aber warum Wölfe? Warum beobachten wir nicht lieber domestizierte Haushunde? Das bringt doch für den Otto-Normal-Hundehalter, der normalerweise keine Wölfe daheim hält, viel mehr, oder?
DANOS1976
| Zitat: |
Original von memo
Aber warum Wölfe? Warum beobachten wir nicht lieber domestizierte Haushunde? Das bringt doch für den Otto-Normal-Hundehalter, der normalerweise keine Wölfe daheim hält, viel mehr, oder?
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Warum? Worin liegt der Unterschied im Ausdrucksverhalten, mal abgesehen davon, dass die meisten Hunde nur noch sehr minimiert kommunizieren (was aber nicht unbedingt weiter ins Gewicht fallen muss, denn dem menschlichen Auge dürfte mindestens 50% der Mimik bei Hundeartigen im normalen Ablauf eh entgehen, egal ob bei Hund oder Wolf)?
memo
Das liegt daran, dass sie keine Wölfe sind.
Natürlich gibt es Ähnlichkeiten, aber es gibt ja schon ganz grundsätzliche Unterschiede. Wölfe haben z.B. ein ganz ausgeprägtes Aufzuchtverhalten, das den meisten Hunderudeln abgeht. Und es gibt bei Hunden keine so feste Rudelstabilität wie bei Wölfen. Schau mal in "Die Pizzahunde", da ist das noch besser aufgeführt. Ich schau mal, ob ich heute abend Zeit finde, das detaillierter darzustellen.
Oder Coppingers "Dogs".
Hunde sind eben keine Wölfe. Warum soll ich also Wölfe beobachten, um etwas über domestizierte Haushunde herauszufinden? Warum beobachte ich nicht einfach die, mit denen ich sowieso tatäglich zu tun habe, um etwas über die herauszufinden, mit denen ich tagtäglich zu tun habe? Welchen vernünftigen Grund gibt es, dafür Wölfe heranzuziehen?
@Daniela: Was meinst Du mit "minimiert kommunizieren"? Im Vergleich zu was?
DANOS1976
| Zitat: |
Original von memo
Das liegt daran, dass sie keine Wölfe sind.
Natürlich gibt es Ähnlichkeiten, aber es gibt ja schon ganz grundsätzliche Unterschiede. Wölfe haben z.B. ein ganz ausgeprägtes Aufzuchtverhalten, das den meisten Hunderudeln abgeht. Und es gibt bei Hunden keine so feste Rudelstabilität wie bei Wölfen. Schau mal in "Die Pizzahunde", da ist das noch besser aufgeführt. Ich schau mal, ob ich heute abend Zeit finde, das detaillierter darzustellen.
Oder Coppingers "Dogs".
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Mir geht es primär um die direkte Kommunikation miteinander. Denn immerhin spielen sich ja hier die meisten Missverständnisse ab zwischen Hund und Halter.
| Zitat: |
Original von memo
Hunde sind eben keine Wölfe. Warum soll ich also Wölfe beobachten, um etwas über domestizierte Haushunde herauszufinden? Warum beobachte ich nicht einfach die, mit denen ich sowieso tatäglich zu tun habe, um etwas über die herauszufinden, mit denen ich tagtäglich zu tun habe? Welchen vernünftigen Grund gibt es, dafür Wölfe heranzuziehen?
@Daniela: Was meinst Du mit "minimiert kommunizieren"? Im Vergleich zu was? |
Ich zieh die beiden Abschnitte mal zusammen beim Antworten.
Wie oft erklärst Du Leuten Hundeverhalten? Was genau zwischen den einzelnen Individuen abläuft? Wer was ausdrückt und wer wie reagiert? Welche Hundetypen können Menschen in der Regel einfacher lesen: Nordische und Schäferhunde oder Möpse und Kommodore?
Ich denke mal, die Antwort wird auf erstere lauten, da diese vom Ausdrucksverhalten prinzipiell differenzierter sind und daher leichter zu lesen. Was schlicht und ergreifend daran liegt, dass durch Zuchtselektion die meisten Rassen eine Vielfalt von Signalen bzw. vor allem mimische Ausdrücke verloren haben.
Daher hilft es oftmals, ausdrucksstarke Hunderassen untereinander zu beobachten (beobachten zu lassen) und sich erst mal vor Augen zu führen, was da alles wie abläuft. Und sich dann quasi herunterzuarbeiten auf die weniger "kommunikativen" (weil eingeschränkten) Hundetypen.
Wölfe sind im Vergleich zu Hunden nochmals wesentlich differenzierter und die Signale oft leichter lesbar. Daher kann die Beobachtung von Wölfen im Vergleich zu Hunden unglaublich lehrreich sein.
P.s.: Ich mag weder Bloch noch Coppinger sonderlich. Sind mir beide zu selbstverliebt und bringen zu viele pauschale Plattitüten....
Bollerkopp
| Zitat: |
Original von DANOS1976
Warum? Worin liegt der Unterschied im Ausdrucksverhalten, mal abgesehen davon, dass die meisten Hunde nur noch sehr minimiert kommunizieren |
Ja aber genau das ist es doch.
Allein schon die unterschiedlichen Hunderassen sind in ihrer Kommunikation doch eingeschränkt durch Zuchtmerkmale.
Der eine hat so langes Fell, dass man es nicht sieht wenn eine Bürste bekommt.
Der nächste hat nur noch eine Stummelrute oder trägt sie ganz oben aufgesetzt.
Wieder ein anderer hat eine farbliche Maske die kommunikativ irritieren kann.
Oder so lange Ohren, dass sie nicht aufgestellt werden können.
Und so weiter und so fort.
Was soll ich da mit Wolfsbeobachtungen anfangen?
Die leben und handeln ganz anders.
Ich stell mir gerade einen laut bellenden Aussie vor einem Wolf vor.
Was interpretiert der Wolf ins Bellen?
Ich stell mir gerade den Bach in einem Rudel Wölfe vor. *umfall*
manurtb
Und vor allem, was bringt es mir, es anzuschauen, wie Wölfe miteinander umgehen?
Das dient doch ohnehin meist nur als Rechtfertigung dafür, dass man mit seinem Hund genauso ruppig umgeht.
Und mein Hund soll ja auch nicht bei Wölfen leben können, sondern bei mir.
Und bei uns Menschen geht es sehr oft darum, dass ein Hund etwas macht, worum es bei Wölfen eben nicht geht. Dort geht es darum, dass andere Wölfe etwas in der Individualdistanz nicht machen.
memo
Stopp, Kommando zurück
In dem besagten Buch geht es nicht um Ausdrucksverhalten, sondern wie ich oben beschrieb um die Interaktion miteinander in Sachen Dominanz und so Kram. Und da sind Wölfe nun mal ganz anders gestrickt als Hunde.
Und ich glaube nicht, dass es Hundehaltern auch in Sachen Ausdrucksverhalten viel hilft, Wölfe zu beobachten. Der Kontext ist einfach ein ganz anderer als bei Hunden.
Und Hunde haben ja tatsächlich auch ein anderes Ausdrucksverhalten, man denke nur an das Bellen.
Edit: Ups, Bollafrau war schneller.
Bollerkopp
| Zitat: |
Original von DANOS1976
Mir geht es primär um die direkte Kommunikation miteinander. Denn immerhin spielen sich ja hier die meisten Missverständnisse ab zwischen Hund und Halter.
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Ja und dann guck ich mir aber doch erst recht Hunde an und nicht Wölfe.
Wir halten doch alle Hunde und keine Wölfe, oder?
Also guck ich mir alle Rassen an und lerne sie zu lesen.
Wenn ich einen Bobtail halte muss mir klar sein, dass der arg eingeschränkt ist in seinen Kommunikationsmöglichkeiten.
Was hab ich da für einen Vorteil wenn ich dann den Wolf genau kenne??
Gruß Regine
DANOS1976
| Zitat: |
Original von memo
Stopp, Kommando zurück
In dem besagten Buch geht es nicht um Ausdrucksverhalten, sondern wie ich oben beschrieb um die Interaktion miteinander in Sachen Dominanz und so Kram.
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Hey, DU hattest hier doch die Kommunikation mit ins Spiel gebracht...
| Zitat: |
Original von memo
Und da sind Wölfe nun mal ganz anders gestrickt als Hunde.
Und ich glaube nicht, dass es Hundehaltern auch in Sachen Ausdrucksverhalten viel hilft, Wölfe zu beobachten. Der Kontext ist einfach ein ganz anderer als bei Hunden.
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Inwiefern ist der Kontext anders zwischen Wölfen als zwischen Hunden, dass sie sich in der Kommunikation so sehr unterscheiden?
| Zitat: |
Original von memo
Und Hunde haben ja tatsächlich auch ein anderes Ausdrucksverhalten, man denke nur an das Bellen.
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Wo denn noch?
@Regine:
Ist wohl eine Einstellungssache.
Wenn ich mir die Hundehalter bei uns in den Ausläufen anschaue, wie sie den Hunden beim Spielen zusehen, sehen sie beim Bobtail auch bei der 5. Wiederholung einer Situation noch lange nicht alles Entscheidende, weil sie teilweise einfach gar nicht wissen, worauf sie achten sollen, selbst wenn man es ihnen ausführlich erklärt. Haben sie aber einen Hund daneben, bei dem man alle Signale klar und deutlich erkennen kann, fällt es ihnen einfacher. Sie sehen, worauf sie sich konzentrieren müssen ("Avch, DARUM geht es!") und nehmen es dann oft auch in der (mitunter eben stark) reduzierten Version war.
Sprich: sie lernen, zum einen besser zu lesen - aber zum anderen eben auch, die Unterschiede zu erkennen.....
memo
| Zitat: |
Original von DANOS1976
Inwiefern ist der Kontext anders zwischen Wölfen als zwischen Hunden, dass sie sich in der Kommunikation so sehr unterscheiden?
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Weil Hunde in unserem Kontext leben, in unserer Stadt, auf unserer Wiese, etc.
Wölfe aber eben nicht.
Nochmal: Ich hab doch alle Hunde dieser Welt genau vor meiner Nase. Warum sollte ich Bücher über Wolfsverhalten kaufen? Nur weil es Hundehalter gibt, die etwas länger brauchen, um die Feinheiten bei einem Bobtail zu erkennen? Aber es geht doch um ihren Hund und um dessen Kommunikation. Und wenn er das nicht rafft, dann kann ich ihm die Kommunikation auch an einem Schäferhund beibringen? Der lebt auch bei mir daheim und kennt den Menschen und reagiert auf ihn.
Und: Dieser Schäferhund trifft auch schon mal andere, fremde Hunde auf einer Hundewiese und kommuniziert mit fremden Hunden. Wie oft kommt das bei Wölfen vor? Und sieht dort die Interaktion nicht etwas anders aus als bei Hunden?
Warum sollte ich einen Wolf beobachten? Um zu sehen, wie er reagiert, wenn er vor einem Wildschwein Angst hat? Dann schau ich mir doch lieber Haushunde in alltäglichen Situationen an.
Und wenn´s schon ums Bellen geht: Ist das nicht ein riesengroßer, eklatanter Unterschied?