*rauskram*
Ich habe das Buch gelesen und nicht nur das.
Ich war Hundeschul-Kunde bei ihm.
Ja, es ist schon 2-3 Jahre her und ich war bissl verzweifelt. Damals war Diegos Leinenproblem in vollem Gange und ich noch total ahnungslos. Habe bei ihm Familienhundkurs und Hundesportkurs (Agility + "Unterordnung") mitgemacht. Das Problem sollte ich lösen, indem ich "der Boss" bin, ihm gehörig was erzähle, wenn er den Mund aufmacht und ihn vom Sofa verbannen,... .
Ich kann nur jedem abraten dort hinzu gehen!!!
Diego hatte nach 2-3 Monaten Teilnahme an den Kursen so eine derbe Magenschleimhautentzündung, dass ich ungefähr eben so lang brauchte (mit Diät und so weiter) bis das wieder auskuriert war. Diego reagiert auf Stress und Druck mit solchen Symptomen, dass war mir damals aber noch nicht bewusst, sondern machte dann nach und nach klick.
Er stand da so unter Strom ... Natürlich wurde mir das wieder ganz anders gedeutet.
Diego wurde beim Agility mit Druck über die Hürden gezwungen und war jedes Mal zwischen drin so angespannt, dass er jammerte, schrie, ... . Auch da sollte ich wieder mit zurechtweißen arbeiten (und machte damit natürlich alles noch schlimmer).
Was Heiko dort in dem Buch schreibt ist eine Traumwelt von vorne bis hinten.
1.
Arbeitet er mit seinen Hunden zwar mit Leckerlie, aber das ist eigentlich nur ein Alibi, denn eigentlich wird mit wahnsinnig viel Druck (woran mein Hund fast zerbrochen wäre - wenn er das lesen würde, würde er mir wieder Vermenschlichung vorwerfen)
und völlig veralteten Vorstellungen über Hunde gearbeitet.
Ein verzweifeltes Unterwerfen meines Hundes (was ich JETZT richtig einschätzen kann) hat er damals als Aufmüpfigkeit und Respektlosigkeit übersetzt (Diego blieb z.B. beim Platz nicht liegen, sondern pfötelte und drehte sich seitlich / zeigte Brust und Bauch).
2. Außerdem bekommt man mit, wie es dort wirklich abläuft! Ich äußere hier nichts dazu, aber ich kann soviel sagen, dass es in keinster Weiße so ist, wie im Buch beschrieben - und selbst das ist schon krank!
3. Ist er ein absoluter Schaumschläger - jaja, bekannteste Hundeschule deutschlands!

Hundewelten behauptet doch schon, die Nummer 1 zu sein. Naja, können sie sich ja gerichtlich drum streiten.
Er kann sich und sein Konzept (bei unwissenden Hundebesitzern) gut verkaufen, keine Frage.
Aber er ist menschlich einfach nur ... .
Ansich habe ich nicht erwartet, dass das Buch zurückhaltend wäre, aber diese peinliche, überzogene Selbstdarstellung und diese Selbstverliebtheit, haben mich schockiert. Ich finde das Buch in keinster Weiße mehr lustig, sondern erschreckend. Bei einer Lesung soll er gesagt haben, dass dies die "heutige Sprache" wäre - man solle sich doch mal die ganzen Talk-Shows ansehen ... Okay, jeder darf sich seine Vorbilder selbst suchen, wenn er meint, dass er sich daran orientieren muss ... .
Nichts desto trotz rechtfertig auch dies den Schreibstile in diesem Buch in keinster Weiße! Es gibt darin
keine Seite, die keine Rechtschreibfehler hat!
Da wird die Ansprache "Sie" mal groß, mal klein geschrieben. Der Artikel "das" wird mal mit s mal mit ss geschrieben und von Satzbau hat er auch noch nie etwas gehört. Hat sich denn wirklich niemand dazu bereit erklärt dieses Buch wenigstens einmal korrektur zu lesen?!!!
Ich musste manche Sätze mehrfach lesen, um den Sinn zu erfassen. Noch nie hatte ich eine Literatur in den Händen, die so unendlich schlecht war, wie dies; ganz abgesehen vom Inhalt!
Desweiteren muss ich sagen, dass ich es schlimm finde, wie respektlos Heiko im Buch über andere schreibt. Wie alt ist der Mensch denn, so spricht vielleicht ein pubertierender Minderjähriger, der gerade Hausarrest bekommen hat, aber kein vernünftiger erwachsener Mensch. Vorallem nicht, wenn man was von sich hält!
Ich weiß nicht, ob er es nötig hat, andere so nieder zu machen - vielleicht, um sich selbst dann besser darzustellen.
Im Buch plädiert er ganz groß auf das Vertrauen zwischen Mensch und Hund, empfiehlt dann aber z.B. den Hund so zu kontrollieren, dass er gut und gerne einige Zeit des Tages auf seinem Platz zu bleiben hat, bis er es aufhebt, oder am allerbesten noch den Hund in einen kleinen Raum zu sperren.
Okay, ich gehe mit, wenn man z.B. einen Welpen hat und in Momenten, wo man ihn nicht beaufsichtigen kann oder für Ruhephasen in eine passend große Box setzt. Aber das dient vorallem erstmal dem Selbstschutz des Welpen. Aber dies grundsätzlich zu empfehlen und eben aus genanntem Grund der Kontrolle, ist für mich weder nachvollziehbar, noch vereinbar mit dem gepriesenen Vertrauen.
Vor kurzem habe ich eine Hundeschulkundin von ihm auf dem Feld getroffen. Zuerst mal wurde ich 10 Minuten mit Vorurteilen vollgeballert.

Typisch Heiko - das ist das, was er am besten kann, Vorurteile aufbauen, damit die Leute ja nicht in Versuchung kommen mit Andersdenkenden in einen konstruktiven Austausch zu kommen und vielleicht das Nachdenken zu beginnen.
Nach und nach drangen aber meine, natürlich logisch klingenden, Argumente durch dieses vernebelte Denken und verursachte eben doch ein Nachdenken. (Ich muss dazu sagen, dass wir darüber ins "Gespräch" kamen, dass sie am Halti herum zog wie verrückt, was Heiko Münzner JEDEM Hundeschulbesucher erstmal aufs Auge drückt, ohne den Hund erstmal angesehen zu haben!)
Ich weiß nicht, ob ich nachhaltig etwas für diesen Hund getan habe (oder ob sie vielleicht bei der nächsten Stunde petzen gegangen ist und wieder eingeschworen wurde), aber ich hab ganz doll gehofft.
So, es ist leider etwas länger geworden, aber ich musste nun mal was zu dem Thema niederschreiben.
Ich weiß heute, dass diese Art der Erziehung absolut nicht geht, veraltet ist und auch gar nicht mehr notwendig, weil wir heutzutage so viel mehr über Hunde, Lerntheorie und die Arbeitsweiße des Hundegehirns wissen. Damals aber hab ich nicht mehr weiter gewusst. Ich bereue es zutiefst mich und meinen Hund jemals Heiko Münzner anvertraut zu haben, aber andererseits hats mir die Augen geöffnet.
Und ich möchte nochmal erwähnen, dass dies hier meine Meinung und Erfahrung ist (falls mir jemand ans Bein pinkeln will und damit meine ich nicht Forenmitglieder

)
, nicht mehr aber auch nicht weniger!