Sonja
So, hallo zusammen.
Hier etwas, dass mich seit einiger Zeit beschäftigt.
Rein wissenschaftlich sind die Begriffe Trieb und Instinkt sehr umstritten, weil manche sagen, dass beide nicht bewusst erlebt oder befolgt oder was auch immer werden, und andere Fachleute stellen sich dagegen. Der Jagdtrieb ist überhaupt kein Trieb, das er vom ZNS aus gesteuert wird. Er ist vielmehr ein bewusstes Verhalten. So die Argumentation.
Ich habe so meine Probleme damit. Meine Meinung nach erleben viele Hunde beispielsweise ihren Jagdtrieb nicht bewusst. Sie lassen sich viel mehr von ihm ANTREIBEN. Sie sagen nicht: Ich gehe jetzt jagen!, sondern bekommen dann einen Duft in die Nase und überlassen sich ihrem - ja was nun?
Das Wort Motivation, welches auch gerne in diese Diskussion miteinbezogen wird, lääst sich übrigens mit AnTRIEB austauschen.
Auch wenn das Wort TRIEB wissenschaftlich nicht korrekt wäre, benutze ich es doch sehr gern, weil es vermittelt, wie stark und natürlich das ausgeübte Verhalten ist, und dass der Hund zum Beispiel nicht jagt, weil er seinen Halter ärgern möchte, sondern er einem Trieb folgt.
Was sind eure Gedanken dazu?
Thaleia
Huhu,
interessantes Thema, finde ich
Ich denke schon, dass es ein "triebhaftes Verhalten" ist. Allerdings bin ich eine von den Personen, die's nicht so mit dem Fachjargon hat

Ich bezeichne das halt so. In meiner Welt
Mein Hund hat z.b. keinen sonderlich ausgeprägten Jagdtrieb. Der tät schon gern mal hinterher - ist aber gut kontrollierbar und auch umlenkbar. Allerdings nur, wenn er allein ist
Früher mussten Hunde oder ihre Vorfahren jagen, um zu überleben. Kein domestizierter Haushund muss das tun - viele tun's aber trotzdem. Was da noch als Überbleibsel da ist - keine Ahnung. Manche tun's auch gar nicht und bei manchen wurde dieser "Trieb" durch Selektion bei der Zucht heraus"gearbeitet".
Ich vergleiche da immer gerne mit Menschen. Was ist denn z.b. ein Triebtäter? Ja ich weiss, blöder Vergleich. Aber auch der tut Dinge, die er so eigentlich nicht wirklich steuern kann. Oft weiss er, dass es falsch ist, was er tut, aber er MUSS es tun. Innerer Zwang? Hormone?
Ich hab ein Buch dazugelesen: Dunkle Triebe - von Anna Salter. War sehr interessant. Hat jetzt zwar mit dem Hund nichts zu tun, erklärt aber triebhaftes bzw. zwanghaftes Verhalten sehr gut. Da gehts auch um Wahrnehmung, Bewusstsein usw.
manurtb
Trieb in der Triebtheorie ist aber was sehr definiertes. Einfach mal googeln, was das genau ist.
Sonja
Danke für eure Antworten.
Triebe in der Triebtheorie nach Freud sind sehr umstritten, vor allem ihre Definition. Darum sind unter anderem auch Humanforscher dazu übergegangen, nicht mehr von Trieben, sondern nur noch von Mitivation zu sprechen.
Meine Frage bleibt aber weiterhin bestehen: Gibt es Triebe? Wo werden sie ausgelöst?
Gibt es ein Buch, welches sich mit diesem Thema - ggf. unter anderem - beschäftigt?
@Thaleia: Danke für den Buchtipp! Ist bei Amazon zwar derzeit nicht verfügbar, finde ich aber schon noch!
manurtb
Die komplette Triebtheorie ist sehr umstritten und deswegen kann man nicht sagen, ob es Triebe gibt oder nicht. Man kann sie nicht messen und nicht sehen.
Du kannst beim Lorenz was über sie lesen und ansonsten halt in den Büchern mit geschichtlichem Hintergrund.
Bei neueren Sachen kenn ich sie nur von Leuten, die sich Kynologen nennen, aber das auch nicht wirklich wissenschaftlich betrachtet haben, sondern sich auf alte Untersuchungen berufen.
Gerd
Hallo!
sehr interessantes Thema!
Ich finde den Begriff Trieb in der heutigen Zeit unpassend! Zum einen, weil Freud in seiner Triebtheorie wohl im Laufe der Zeit verschiedene Definitionen aufstellte und diese nicht allgemein nach seinen Definitionen Gültigkeit hatten! Wissen entwickelt sich weiter!
Ich finde persönlich den Begriff Motivation passender, da er flexibler ist!
Trieb ist im Voilksmund mit fast unveränderlichem Verhalten verknüpft!
"Der Hund hat halt einen starken Jagdtrieb, da kann man nichts machen" höre ich immer wieder!
Wenn ich schon beim jagen bin, Jagen gehört beim Hund zu den Grundverhaltensmustern! Es ist da, ob wir wollen oder nicht! In wie weit der Hund es zeigt, hängt von seiner intrinsischen Motivation ab!
Wollen wir ihn vom jagen abhalten, müssen wir dieser Motivation eine andere Motivation entgegensetzen oder den Korrumpierungseffekt zur schwächung der intrinsischen Motivation einsetzen!
Ich tue mich schwer damit, z.B diesen Gedankengang mit dem Wort Trieb durchzuspielen!
Ich persönlich lebe mit dem Begriff Motivation wesentlich flexibler, denn z.B. das Erklärungsmodell "Zwei Faktoren Modell" passt auf viele Situationen besser!
Bis denne
Gerd